Grußworte zum 4. Bonner Tauchersymposium 2003

Grußwort des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen
Dr. Fritz Behrens

Das 4. Bonner Tauchersymposium liegt voll im Trend. Immer mehr interessierte  Menschen betreiben den Unterwassersport regelmäßig oder als  Gelegenheitstaucher, das belegen jüngste Umfragen und Erkenntnisse - wie  zuletzt auch wieder auf der " boot " in Düsseldorf. Umso wichtiger sind das Engagement der Fachverbände und die Standards, die sie setzen. Der Sicherheitsaspekt beim Tauchen und bei allen, die dieses Hobby betreiben, ist  traditionell hoch. Aber die positive Tendenz in diesem Freizeitsport ist  zugleich auch immer eine Herausforderung an Rettungsdienst, Ärzte und  Hilfsorganisationen.

In den Bonner Tauchersymposien nimmt die Wasserwacht des Deutschen Roten  Kreuzes diese Entwicklungen auf. Neue medizinische Erkenntnisse werden  gebündelt und praxisbezogen diskutiert, organisatorische Fragen der Fachberatung, der Vorsorge und des Wasser- und des Luftrettungsdienstes werden angesprochen. Die Beteiligten der Ärzteschaft, der Universitätskliniken, Feuerwehren, Rettungs- und Sporttauchorganisationen sowie die Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung zeigen, dass das DRK hier einen richtigen Weg der Wissensvernetzung beschritten hat. Diese Vernetzung weist auch in die richtige Richtung angesichts zunehmender finanzieller Sorgen der Träger des Rettungsdienstes. Mein Dank gilt der Wasserwacht des DRK, den Universitätskliniken Bonn sowie  allen, die sich für das Tauchersymposium und seine  Fortsetzung in Bonn engagieren. Den Teilnehmern und Förderern wünsche ich eine interessante Tagung, die Erfüllung ihrer Erwartungen und eine weitere gute  Zusammenarbeit.

Ihr
Dr. Fritz Behrens

Grußwort des Vorsitzenden des Bundesausschusses der DRK-Wasserwacht
Christoph Franzeck

Im Namen der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes begrüße ich Sie sehr herzlich zu diesem Symposium und freue ich mich über Ihre Teilnahme.

Gerne wende ich mich mit einem Grußwort an sie.

Bereits dem Motto des 4. Bonner Tauchersymposiums ist zu entnehmen, dass dieser Unterwassersport, der von immer mehr Menschen betrieben wird, auch erhebliche Gefahren in sich birgt.

Ziel und Aufgabe der DRK-Wasserwacht ist daher u. a. auch die Suche und Bergung von Ertrunkenen. Sie bildet dazu Taucher als geeignete Einsatzkräfte aus und fort.

Die Tatsache, dass dieses Symposium nach dem RettGNW, von den Tauchverbänden VIT, IDA, FIT und ICMC , der DRK-Wasserwacht , sowie der Ärztekammer Nordrhein als Fortbildung anerkannt wird, stellt die hohe Fachkompetenz dieser Veranstaltung unter Beweis.

Mein Dank gilt der DRK-Wasserwacht, den Universitätskliniken Bonn und allen, die zur Gestaltung dieser Veranstaltung beitragen. Beim Herrn Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen Dr. Behrens bedanke ich mich sehr für die Übernahme der Schirmherrschaft.

Teilnehmern an diesem und Förderern dieses Symposiums wünsche ich interessante Stunden und intensive Fachgespräche.

Ihr  
Christoph Franzeck

Grußwort des Landeswasserwachtarztes
der DRK-Wasserwacht Nordrhein
PD Dr. med. Stefan Schröder

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Popularität des Tauchsports hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Noch bis vor einigen Jahren wurde das Tauchen als eine exotische Sportart angesehen, die nur von einigen wenigen Abenteuerlustigen ausgeübt wurde. In der Bundesrepublik Deutschland haben zur Zeit schätzungsweise eine Million Bürger eine Sporttauchausbildung absolviert. Dabei wird im Zeitalter des Massentourismus und der zunehmenden sportlichen Freizeitgestaltung die Zahl der Sporttaucher, die mit einer Tauchermaske Einblicke in die phantastische Unterwasserwelt gewinnen möchten, weiter ansteigen.

Vor Urzeiten haben wir uns als menschliche Wesen wohl aus dem Wasser heraus entwickelt. Inzwischen ist der menschliche Organismus jedoch vollständig auf den festen Boden unter den Füßen adaptiert und auch auf ihn angewiesen, so daß der Aufenthalt unter Wasser eine Exposition in einem absolut fremden und damit gefährlichen Medium darstellt. Aus diesem Grund muß der Sporttaucher zahlreiche Verhaltensregeln beim Tauchen berücksichtigen, um einen Tauchgang körperlich unversehrt genießen zu können. Die Regeln basieren auf physikalischen, physiologischen und psychologischen Gesetzen. Auf Grund von Risikobereitschaft und Leichtsinn wird sich aber immer wieder über diese Regeln hinweggesetzt und es treten daher in der Folge gehäuft Tauchzwischenfälle auf. Dabei werden die meisten Tauchunfälle überlebt und äußern sich in Form von vorübergehenden neurologischen Ausfallerscheinungen und Schmerzen. Einige Sporttaucher leiden als Querschnittsgelähmte aber dauernd an den Folgen ihres Tauchunfalls.

Im deutschsprachigen Raum wird vornehmlich in Seen, Stauseen und Bergseen getaucht. Damit können Notärzte und Rettungsdienstpersonal, die in der Nähe von Gewässern mit einer hohen Unterwasseraktivität tätig sind, jederzeit mit Notfällen konfrontiert werden, die mit dem Sporttauchen ursächlich in Zusammenhang zu bringen sind. Dabei entscheidet das sofortige korrekte Handeln am Unfallort, insbesondere die kontinuierliche Gabe von normobarem Sauerstoff, über Behinderung oder Wohlbefinden, beziehungsweise über Leben und Tod beim verunglückten Taucher.

Das 4. Bonner Tauchersymposium, eine Veranstaltung der DRK-Wasserwacht Bonn und der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Spezielle Intensivmedizin der Universität Bonn, bietet als Forum für Mitarbeiter im Rettungsdienst und Taucher aus Hilfeleistungsunternehmen sowie für interessierte Sporttaucher die Möglichkeit, sich über die neuesten Entwicklungen der Tauchmedizin und angrenzender Bereiche zu informieren. Auch dieses Mal konnten wieder kompetente Fachreferenten gewonnen werden, die nach ihren Vorträgen für Fragen aus dem Auditorium zur Verfügung stehen, um die Tauchmedizin sowie die angrenzenden Bereiche des Tauchens im Rettungsdienst allen Interessierten so verständlich wie möglich zu machen. Der große Erfolg der vergangenen Bonner Tauchersymposien mit zuletzt über zweihundert Teilnehmern zeigt, daß die Thematik des Notfallmanagements im Rahmen von Tauchzwischenfällen auf ein breites Interesse stößt. Das Tauchnotfallmanagement stellt hohe Ansprüche an Ärzte und Rettungsmannschaften. Deshalb sind fortschreitende medizinische Erkenntnisse  sowie Erfahrungen und deren Weitervermittlung wichtige Voraussetzungen für das Erkennen von Tauchunfällen und deren effektive Therapie. Aus diesem Grund ist dem 4. Bonner Tauchersymposium ebenfalls eine große Resonanz  zu wünschen zumal die Organisation und Durchführung der Veranstaltung von überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen wird.

PD Dr. med. Stefan Schroeder